GrenzRoute 4 · Landgraben

Grüner Zeuge einer Mittelaltergrenze


Landgraben, mittelalterliche Güter und alte Wegeverbindungen – zwischen Dreiländerpunkt und Preuswald treffen wir beim Wandern auf vielfältige Spuren der lokalen Historie.

Die Route verläuft durch schöne Abschnitte des Aachener Waldes von der Waldschenke vorbei am Fernmeldeturm „Mulleklenkes“ hinauf zum Dreiländerpunkt und zurück durch den Friedrichswald. Dominierendes Thema ist der Landgraben, der die Außengrenze des mittelalterlichen Aachener Reiches bildete und dessen Verlauf entlang der heutigen Grenze zu Belgien gut erkennbar ist. Entlang der Route liegen weitere lokalgeschichtliche Attraktionen, die unbedingt einen Blick und auch einen kleinen Abstecher wert sind. 

Kostenfreie Touren-App mit Infos und offline-Karten für Android hier bzw. für Apple-Geräte hier und im Tourenportal der StädteRegion Aachen.

Routen-Highlights & mehr

Sehenswürdigkeiten:

  • Fernmeldeturm Mulleklenkes
  • Landgraben
  • Geusenweg
  • Baudouinturm
  • Dreiländerpunkt
  • Hohlwege
  • Türmchen Beeck

Gastronomie:

  • Dreiländerpunkt
  • Gut Reinartzkehl (Selbstbedienungs-Automat)


Dreiländerpunkt: Weil hier die Grenzen dreier Staaten aufeinandertreffen, ist dieser Ort zu einer Attraktion für Touristen geworden, die jährlich mehr als 800.000 Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Gleichzeitig ist der Vaalserberg mit 322,5 Metern über Meereshöhe der höchste Punkt der Niederlande.  

Heute steht der Dreiländerpunkt auch für die Verbindungen zwischen den Bewohnern der Dreiländerregion und für die europäische Integration. 

Geusenweg: Diese Verbindung führt vom Türmchen über den Maladengraben in Richtung Moresneter Weg. Er ist Teil des versteckten Kirchwegs, über den Protestanten, die während der katholischen spanischen Herrschaft im 16./17. Jh. verfolgt und als „Geusen“ beschimpft wurden, von Eupen zum Gottesdienst nach Vaals gingen.

Eine nahezu versteckte Hohlwegverbindung zwischen Geusenweg und Reinartzkehl war nach dem Zweiten Weltkrieg als „Kaffeegasse“ bekannt, da sie den Schmugglern als nicht einsehbarer Schlupfweg diente.

Hohlwege: In der gesamten Grenzregion und auch im Bereich der Landgraben-Route trifft man immer wieder auf spektakuläre Hohlwege, die sich bis zu einer Tiefe von mehreren Metern in das umgebende Gelände eingeschnitten haben. Entstanden sind diese Einschnitte aufgrund der fortwährenden Nutzung durch Fuhrwerke, Frachtverkehr und Viehtrieb: Die starke Beanspruchung rief im Erdgrund Rillen hervor, die mit der Zeit vom Regen immer weiter ausgeschwemmt wurden. In der Aachener Region nennt man diese Wege auch „Grachten“. Sie waren also die Fernstraßen des Mittelalters. Am Dreiländerweg und in der Verlängerung nach Belgien führte die Postkutschenstrecke von Aachen nach Lüttich. Mit dem Bau der Lütticher Straße um 1750 verfiel dieser ehemals stark frequentierte Weg. 

Türmchen Beeck: Gelegen am Dreiländerweg, ist das Türmchen Beeck einer der ehemals acht Wachtürme des Aachener Reiches. Es handelt sich um einen Wehrbau aus dem 15. Jahrhundert, bestehend aus einem Bruchsteinsockel mit einem Fachwerkaufbau. Die Wachtürme dienten der Verteidigung sowie feld- und forstpolizeilichen Zwecken. Alle waren so am Inneren Landgraben positioniert, dass es möglich war, Nachrichten per Rauchsignal an den „Langen Turm“ in der Innenstadt zu senden. 

Obstwiese „Türmchen“: Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) fördert den Erhalt der Kulturlandschaft entlang der deutsch-niederländischen Grenze. Ein Beispiel für diese Arbeit ist die Obstwiese am Dreiländerweg. Sie besteht bereits seit etwa 1930 und wurde Ende der 1980er Jahre sowie 2001 und 2007 durch umfangreiche Nachpflanzungen alter lokaler Sorten ergänzt. Seit 2025 wird die Wiese nicht mehr gedüngt, wodurch sich eine blüten- und insektenreiche Magervegetation entwickelt hat. Mit 5,6 Hektar ist sie die größte Obstwiese in Aachen. Die strukturreichen Feldhecken im Umfeld bieten zudem Heimat für Kleiber, Grünspecht, Buntspecht, Steinkauz, Feldsperling und Grauschnäpper. 

Gut Reinartzkehl: Während der Feudalzeit wurden Güter oft als Lehensbesitze geführt, für die der Eigentümer als Lehnsherr seinem Vasallen die Nutzung überlässt. Im Gegenzug dafür lässt er sich mit Geld oder Gütern entlohnen. Lehnsherr und Vasall schwören einen Lehnseid. Gut Reinartzkehl gehörte der probsteilichen Mannkammer des Aachener Marienstifts an (heute: Aachener Dom). Der Name des Gutes verweist auf seine Lage in einer Vertiefung („Kehle“). Heute wird auf Reinartzkehl eine Reitschule betrieben. Hier können Sie eine Picknickpause am Selbstbedienungsautomaten einlegen.

Innerer Landgraben: Ein besonders schönes Stück des Inneren Landgrabens zeigt sich nördlich des Friedrichswaldes: Die über 200 Jahre alten Buchen haben hier besonders bizarre Wuchsformen ausgebildet. Der Innere Landgraben bestand aus einem Doppelwall mit einem Graben, der gerade breit genug für zwei Reiter war. Dies ist hier bis heute sehr gut zu erkennen.