GrenzRoute 5 · Aachener Wald

Unterwegs im Öcher Bösch


Der Aachener Wald bietet nicht nur herrliche Natur, sondern ist auch Bühne für Geschichte(n).

Auf dieser GrenzRoute erleben wir den Aachener Wald, der spätestens seit dem städtischen „Wohlfahrtsbeschluss“ von 1882 zu einem überaus beliebten Naherholungsgebiet im Grenzland wurde. Der im Süden des Stadtgebietes von Aachen gelegene Höhenrücken ist fast vollständig bewaldet, wobei die Bestände viel Abwechslung bieten – das Spektrum reicht vom mächtigen Buchenwald über Nadelholzflächen bis hin zu vielfältigen Mischbeständen. Die Route führt von Köpfchen an der Grenze entlang nach Entenpfuhl und über Alt-Linzenshäuschen und Pionierquelle zurück zum Ausgangspunkt.

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Routen-Highlights & mehr

Sehenswürdigkeiten:

  • Grenzübergang Köpfchen
  • Westwall
  • Landgraben
  • Hügelgräber
  • Alt-Linzenshäuschen
  • Pionierquelle

Gastronomie:

  • Aachener Wald
  • Grenzübergang Köpfchen
  • Hauset


Köpfchen ist der ehemalige Grenzübergang auf der Eupener Straße zwischen Aachen (D) und Raeren (B). Der rege Güterverkehr führte in den 1950er Jahren auf belgischer Seite zum Bau des Grenzhäuschens in der Straßenmitte. Als nach der Öffnung der Grenze im Jahr 1995 (Schengener Abkommen) die Anlagen verwaisten, drohte ihnen der Verfall. Erst mit der Gründung des deutsch-belgischen Vereines „Kunst und Kultur im Köpfchen“ (KuKuK) im Jahr 2000 wurde der Erhalt des belgischen Zollgebäudes gesichert. Seitdem wird der Standort mit vielfältigen und gut besuchten kulturellen Aktionen belebt. 

Westwall: Ein Relikt der nationalsozialistischen Kriegspolitik, das in der Aachener Region an vielen Stellen als Landschaftsmarke erhalten ist – so auch südlich des Rotsiefweges, westlich von Köpfchen. Zwischen 1936 und 1938 wurden mehr als 14.000 Bunker, Stollen und eine 76 Kilometer lange Höckerlinie zur Panzerabwehr errichtet. Die Höcker, auch „Hitler-Spargel“ genannt, stehen heute zum Teil unter Denkmalschutz und sind mit der Zeit zu einem Rückzugsort für viele seltene Pflanzen und Tiere geworden. 

Landgraben: Im weiteren Verlauf der Route 5 wechselt man kurz über die Grenze und quert dabei den Aachener Landgraben. Hier ist noch ein sehr schönes Ensemble mit Wall, Adlerstein und Grenzbuchen vorhanden. Auch ein wenig später, kurz hinter der Hütte Schmalzloch, kann man ein wenig abseits der Route wieder mächtige Grenzbuchen betrachten. Folgen Sie kurz ein paar Meter dem Abzweig nach Grüntal/Kelmis, um zu imposanten Buchen zu gelangen, die, weil hundert Jahre nicht mehr beschnitten, aus dem ursprünglichen Kopf heraus zu einzelnen Stämmlingen herangewachsen sind. Eine Thementafel erklärt diesen Prozess. 

Hügelgräber: Ein wenig abseits der Route liegen am Klausberg Hügelgräber aus der frühen bis mittleren Bronzezeit (ca. 1000 bis 100 v. Chr.). Im Jahr 1924 legte der Aachener Professor Liese die Erdhügel frei und untersuchte sie. Zutage trat ein länglicher mittlerer Hügel aus unbehauenen Steinen, der einen darunter liegenden Sarkophag bedeckte. Vom Hügel ausgehend führten radiale Steinmäuerchen zu einem umgebenden größeren Steinkreis.

Alt-Linzenshäuschen: Die Grenze des Aachener Reiches war früher mit dem Landgraben und mehreren Wachtürmen gesichert. Einer von ihnen stand am heutigen „Linzenzhäuschen“ an der Eupener Straße. Ursprünglich wurde er „Wachturm Brandenberg“ genannt, wobei „Brandenberg“ eine Bezeichnung für „Grenzberg“ ist. Im Laufe der Geschichte änderte sich die Bezeichnung, denn 1499 wurde Lenz Besteyn – hochdeutsch: Laurenz Sebastian – zum Wächter auf Lebenszeit bestellt. Aufgrund seiner kleinen Gestalt und des für die damalige Zeit herrschaftlichen Wohnturmes wurde er im Volksmund „Leensgyn up ghen Huysyijn“ – „Lenzchen auf seinem Häuschen“ genannt. Über die Jahrhunderte entwickelte sich der Name des Turmes daher zu „Linzenshäuschen“. Mauerreste des einstigen Wachturms sind bis heute am Gebäude zu sehen.

Pionierquelle: Sie wurde 1939/40, kurz vor dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Belgien und die Niederlande, durch Pioniertruppen angelegt, die in der Nähe stationiert waren. Den gleichen Namen trägt auch eine Schutzhütte, die zum Rasten einlädt. Direkt gegenüber befindet sich ein Kinderspielplatz.