GrenzRoute 7 · Orsbach

Kulturlandschaft, Naturschutz und sanfte Energie


Im grünen Westen der Stadt Aachen lassen sich etliche Beispiele für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen finden.

Die Wanderroute führt durch den äußersten Westen des Aachener Stadtgebietes und verläuft teilweise unmittelbar entlang der niederländischen Grenze. Überwiegend geht es durch eine offene,  agrarisch genutzte Kulturlandschaft – sowohl im Tal des Senserbaches als auch auf dem oberhalb gelegenen Plateau mit dem Startpunkt Orsbach. Auf den Gefällstrecken hinaus aus dem Tal ergeben sich immer wieder attraktive Weitblicke auf die Hügellandschaft zwischen Vaals, Vijlen und Mechelen.

Kostenfreie Touren-App mit Infos und offline-Karten für Android hier bzw. für Apple-Geräte hier und im Tourenportal der StädteRegion Aachen.

Routen-Highlights & mehr

Sehenswürdigkeiten:

  • Burg Orsbach
  • Windpark Vetschau
  • St. Benedictusberg, Lemiers

Gastronomie:

  • Orsbach

Burg Orsbach: In der historischen Dorfmitte des beschaulichen Örtchens Orsbach, gleich neben der Kirche, fällt ein wuchtiger und einfach strukturierter Bau aus hellen Bruchsteinen auf: die Orsbacher Burg. Sie wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts erbaut und diente den Förstern als Dienst- und Wohngebäude. Ob das Gebäude zu den Wachttürmen des ehemaligen Aachener Landgrabens gehörte, konnte bis heute nicht wissenschaftlich geklärt werden. Die exponierte Lage Orsbachs spricht dafür, die zentrale Dorf-Lage des Turmes abseits einer Hauptverkehrsstraße und abseits des Landgrabens spricht dagegen.

Windpark Vetschau: Nordöstlich von Orsbach wird der Blick von einem Ensemble stattlicher Windräder angezogen. Die bis zu 200 Metern hohen Windkraftanlagen haben Leistungen zwischen 1,5 und 1,8 Megawatt. 

Vorausgegangen war der Errichtung des Windparks eine empirische Studie – seinerzeit in Deutschland die erste Untersuchung dieser Art. Darin wurden Windpotenziale für das Aachener Stadtgebiet errechnet, um den bestmöglichen Standort für die Windräder ermitteln zu können. Der Vetschauer Berg zählt zu Aachens windstärksten Regionen, was seit 1997 zum sukzessiven Ausbau von Windkraftanlagen führte. 

Wegekreuze: Entlang der Route, vor allem aber auf dem Plateau, befindet sich eine große Anzahl der für die gesamte Grenzregion typischen Wegekreuze. Die Gründe für die Errichtung eines solchen Kreuzes waren vielfältig und können nur noch selten genau rekonstruiert werden. So gibt es Pilgerkreuze, Andachtskreuze und auch Wetterkreuze, welche die Ernte dem göttlichen Schutz anempfehlen sollen. Häufig waren solche Kreuze ehemals auch Stationen oder Zielpunkte von Feldprozessionen. 

Obstwiese Finkenhag: Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) wertet die Kulturlandschaft entlang der niederländischen Grenze auf. In der strukturarmen ackerbaulich intensiv genutzten Bördelandschaft sollen Relikte der historisch gewachsenen Kulturlandschaft erhalten und erneuert werden. Hecken, Obstwiesen, Kopfbäume und kleine Gehölzstrukturen sind charakteristische Landschaftsstrukturen und dienen vielen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. Ein Beispiel dafür ist die Obstwiese Finkenhag. Der ehemalige Ackerstreifen wurde 2001 und 2007 mit traditionellen Hochstamm-Obstsorten bepflanzt, darunter Rote Sternrenette, Rheinischer Bohnapfel, Gräfin von Paris und Aachener Hausapfel. 

Landgrabenrelikt: Im Anschluss an die Obstwiese links der Route im dichten Gebüsch wurde ein kleines Stück Wall der Aachener Landwehr entdeckt. Der Graben und andere Teile des Walls sind verfüllt. 

Mamelis, Kloster St. Benedictusberg: Über die Grüne Grenze führt ein 10-minütiger Abstecher zum architektonisch interessanten Kloster. Täglich gibt es mehrere Gebetszeiten mit gregorianischen Chorälen. 

Michaelshof: Etwas außerhalb von Orsbach liegt der Michaelshof, dessen Besitzer sich seit 1995 der ökologischen Landwirtschaft verschrieben haben. Stattliche 29 Hektar ergiebiger Mergel-Tonböden bewirtschaftet die Familie Zintzen hier, die Milch der 30 schwarzbunten Milchkühe wird in der hofeigenen Käserei verarbeitet. Im Hofladen werden Käse und andere Produkte, etwa Buttermilch und Joghurt, zum Kauf angeboten. Der Hof ist Teil des Mergelwind e.V., einer euregionalen Bio-Erzeugergemeinschaft. Sie setzt sich für eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion in der Euregio Maas-Rhein ein.

Mameliser Mühlenweg: Dieser steile und durch Erosion ausgespülte Grenzweg – Achtung, je nach Wetterlage nicht begehbar! – gehört je zur Hälfte der Stadt Aachen und der Gemeinde Vaals. Vermutlich entspricht der Weg dem Graben der Landwehr, während der Wall durch landwirtschaftliche Tätigkeiten überformt wurde und heute nicht mehr sichtbar ist. An der grünen Grenze zu Mamelis trifft man wieder auf einen Adlerstein, eingefasst durch alte Rosskastanien und ein Wegkreuz.