GrenzRoute 1 · Achse Raeren − Orsbach

Vom Fuß der Eifel zum Mergelland

Die Hauptachse des GrenzRouten-Netzes vereint die natürlichen Kontraste und die historische Vielfalt der Region.

Raeren, Itertal, Lichtenbusch, Köpfchen, Dreiländerpunkt, Vaals, Schneeberg, Orsbach: Das sind die Wegmarken, die von der Hauptachse der GrenzRouten berührt werden. Auf diese Weise verbindet ein einziger Wanderweg viele der natürlichen, landschaftlichen und kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten, die das Grenzgebiet so attraktiv machen. Die Route verläuft durch reizvolle Bachtäler und Wiesenlandschaften, über die Kämme von Höhenzügen und durch Waldgebiete von ganz unterschiedlichem Charakter.

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Routen-Highlights & mehr

Sehenswürdigkeiten:

  • Töpfereimuseum, Raeren
  • Brandenburg, Sief
  • Itertal
  • Göhltal
  • Zyklopensteine, Raeren
  • Grenzbuchen & Landgraben
  • Grenzübergang Köpfchen
  • Westwall
  • Dreiländerpunkt
  • Baudouinturm
  • Wilhelminaturm
  • Kleng Wach, Vaals
  • Historischer Ortskern, Vaals
  • Schneebergkapelle, Vaalserquartier
  • Schneeberg, Vaalserquartier
  • Windpark, Vetschau
  • Burg Orsbach

Gastronomie:

  • Raeren
  • Lichtenbusch
  • Grenzübergang Köpfchen
  • Hauset
  • Aachen-Orsbach
  • Dreiländerpunkt
  • Vaals


Raeren: Vom 15. bis ins 18. Jahrhundert war Raeren einer der bekanntesten Standorte des Töpferei-Handwerks im Rheinland. Das Töpfereimuseum in der historischen Burganlage präsentiert Raerener (Europäisches Kulturerbe seit 2007) und Rheinisches Steinzeug aus vergangenen Jahrhunderten, römische Keramik, Arbeitsgeräte und moderne Keramik aus der Euregio Maas-Rhein. 

Itertal & Burg Brandenburg: Das Quellgebiet der Iter liegt in Raeren. Die Wanderroute begleitet den Bach durch Wiesen und Felder nach Osten über die Grenze nach Deutschland. Ab Sief verlässt die GrenzRoute das Itertal und führt in Richtung Norden zur Burg Brandenburg, einem restaurierten mittelalterlichen Herrschaftssitz mit angrenzendem Kirchenschiff eines ehemaligen Frauenklosters. Die Iter fließt weiter nach Osten, man kann ihr via Eisenhütte bis Kornelimünster folgen.

Göhl: Der kleine Fluss entspringt auf belgischem Gebiet nahe der deutsch-belgischen Grenze in drei Quellen. Die schönste Quelle ist der Quellsee im Wald westlich der Hebscheider Heide, ca. 300 Meter westlich der Route. 

Zyklopensteine: Unmittelbar an der deutsch-belgischen Grenze, in der Nähe des ehemaligen Grenzübergangs Köpfchen, ragen große Gesteinsblöcke aus dem Waldboden hervor. Es handelt sich dabei um Zeugen einer vom Wasser geprägten Vergangenheit. Vor mehr als 100 Millionen Jahren drang das Kreidemeer aus den heutigen Niederlanden immer weiter vor und hinterließ dabei Ablagerungen, die so genannten Aachener Sande. Diese eigentlich lockeren Sande wurden stellenweise zu großen Sandbänken verkittet, die mit der Zeit in einzelne Blöcke zerfielen. Die Blöcke wiederum wurden im Laufe der Jahrmillionen durch Verwitterung und Erosion gerundet und freigelegt. 

Grenzbuchen und Landgraben: In Sichtkontakt zu den Zyklopensteinen stehen die Kopf- oder Harfenbuchen auf dem Wall des Aachener Landgrabens in schönster Ausprägung. 

Köpfchen ist der ehemalige Grenzübergang auf der Eupener Straße zwischen Aachen (D) und Raeren (B). Der rege Güterverkehr führte in den 1950er Jahren auf belgischer Seite zum Bau des Grenzhäuschens in der Straßenmitte. Als nach der Öffnung der Grenze im Jahr 1995 (Schengener Abkommen) die Anlagen verwaisten, drohte der Verfall. Erst mit der Gründung des deutsch-belgischen Vereins „Kunst und Kultur im Köpfchen“ (KuKuK) im Jahr 2000 wurde der Erhalt des belgischen Zollgebäudes gesichert. Seitdem wird der Standort mit vielfältigen und gut besuchten kulturellen Aktionen belebt. 

Westwall: Ein Relikt der nationalsozialistischen Kriegspolitik, das in der Aachener Region an vielen Stellen als Landschaftsmarke erhalten ist – so auch südlich des Rotsiefweges, westlich von Köpfchen. Zwischen 1936 und 1938 wurden mehr als 14.000 Bunker, Stollen und eine 76 Kilometer lange Höckerlinie zur Panzerabwehr errichtet. Die Höcker, auch „Hitler-Spargel“ genannt, stehen heute zum Teil unter Denkmalschutz und sind mit der Zeit zu einem Rückzugsort für viele seltene Pflanzen und Tiere geworden.

Landgraben: Im weiteren Verlauf der Route 1 wechselt man nach dem Grenzübergang Köpfchen erneut kurz über die Grenze und quert dabei den Aachener Landgraben. Hier ist noch ein sehr schönes Ensemble mit Wall, Adlerstein und Grenzbuchen vorhanden. Auch ein wenig später, kurz hinter der Hütte Schmalzloch, kann man ein wenig abseits der Route wieder mächtige Grenzbuchen betrachten. Via Entenpfuhl und Preuswald, vorbei am Fernmeldeturm Mulleklenkes erreicht man an der belgisch-deutschen Grenze am Pilgerweg erneut einen schönen Abschnitt der alten Aachener Landwehr. 

Dreiländerpunkt: Weil hier die Grenzen dreier Staaten aufeinandertreffen, ist dieser Ort zu einer Attraktion für Touristen geworden, die jährlich mehr als 800.000 Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Mit 322,5 Metern über Meereshöhe ist der Vaalserberg der höchste Punkt der Niederlande.  

Heute steht der Dreiländerpunkt auch für die Verbindungen zwischen den Bewohnern der Dreiländerregion und für die europäische Integration. 

In Höhe des Wilhelminaturms trifft man noch einmal auf einen Adlerstein, der sich mitten auf dem Weg befindet. Entlang des Panoramaweges am Waldrand bieten sich beeindruckende Ausblicke in den Aachener Kessel.

Kleng Wach: Das ehemalige Grenzhäuschen wurde zwischen 1880 und 1900 errichtet. Es diente bis zum Jahr 1972 als Zollübergang für Fußgänger, war aber während der Kriege meist geschlossen. Heute beherbergt es das kleinste und höchst gelegene Museum der Niederlande, welches sich vor allem mit der Geschichte der Schmuggler beschäftigt. An der Westseite befindet sich ein aus Blaustein gefertigter Adlerstein. 

Historisches Vaals: Es lohnt sich ein 30-minütiger Abstecher abseits der Route durch das barocke Häuserensemble am Clermontplein. 

Panzermauer & Schneebergkapelle: Am Südhang des Schneeberges trifft man auf eine 350 m lange Panzermauer, die Bestandteil des Westwalls war und die Höckerlinie ergänzte. 

Gegenüber liegt der Zuweg zur Schneebergkapelle, die der ansässige Bauer Wilhelm Maßen zwischen 1945 und 1960 mit Hilfe des Künstlers Hodiamont errichtete. Zu Kriegszeiten 1944 fielen viele Bomben und er gelobte damals, eine Kapelle zu errichten, wenn die Menschen hier verschont blieben. 

Schneeberg & Vaalser Heuvelland: Im Westen der Stadt Aachen, zwischen Laurensberg und Vaals, ist die Landschaft von Hügeln aus Kreidemergel bestimmt. Die Kalkhänge, ihre Böden und ihre Vegetation sind eine ökologische Besonderheit der Region – hier entwickelt sich u.a. karger Trockenrasen. Dem Weiß des Kreidemergels verdankt auch der Schneeberg seinen Namen. Die bewaldete Anhöhe ist großenteils als Naturschutzgebiet ausgewiesen, ebenso die schmalen Heckenstreifen entlang des Weges nach Orsbach. Hier bietet sich eine weite Sicht über das Tal bis nach Vijlen. 

Burg Orsbach: In der historischen Dorfmitte, gleich neben der Kirche, fällt ein wuchtiger Bruchsteinbau auf: die Burg Orsbach. Sie wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts erbaut. 

Windpark Vetschau: Seit ihrer Errichtung im Jahre 2001 dominieren stattliche Windräder die Landschaft des deutsch-niederländische Grenzgebiets nordöstlich von Orsbach.