Eyneburg: Die einzig erhaltene Höhenburg im Eupener Land war ursprünglich der Sitz des Rittergeschlechts „Van Eyneberg“. Im Volksmund trägt sie auch den Namen „Emmaburg“, da sich der Legende nach Emma, eine Tochter Karls des Großen, hier mit ihrem Geliebten Einhard getroffen haben soll. Die einzelnen Teile der Anlage stammen aus sehr unterschiedlichen Epochen: Der Bergfried wurde im 14. Jahrhundert errichtet, der Burgkern zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert. Seine heutige Gestalt erhielt das Ensemble am Ende des 19. Jahrhunderts. In den vergangenen Jahren etablierte sich die Eyneburg als Veranstaltungsort von Mittelalterfesten. Seit 2024 wird die Burganlage restauriert und soll der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.
Kelmis, Casinoweiher: Die Route bietet einen schönen Blick über Kelmis mit dem Casinoweiher im Vordergrund. Der Weiher wurde als Wasserspeicher angelegt, um das geförderte Erz zu waschen. Das Gebiet um den Weiher und die ehemalige Abraumhalde zeichnen sich durch eine besondere Vegetation aus und steht heute unter strengem Naturschutz. Auf den schwermetallhaltigen Böden wächst die sehr seltene Galmeiflora.
Rochuskapelle: Am Zusammenfluss von Lontzener- und Grünstrasserbach steht die kleine Kapelle, deren Ursprung auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. Sie ist dem heiligen Rochus, dem Schutzpatron der Pestkranken, gewidmet. Im 17. Jahrhundert wurde auf Geheiß von König Philipp von Spanien Gemeindeland verkauft, um die Einstellung eines Vikars zu ermöglichen. Dieser hielt entweder in der Kapelle oder auf dem Bergwerksgelände täglich einen Gottesdienst ab. Die 400 Jahre alte Linde an der Kapelle soll als „Baum des Lebens“ die Menschen beschützen.
Göhltal: Zwischen Kelmis und Moresnet begleitet die Wanderroute den Lauf der Göhl. Das Flüsschen entspringt im belgischen Waldgebiet zwischen Köpfchen und Lichtenbusch, um nach 53 Kilometern in die Maas zu münden.
Moresnet: Überspannt vom gewaltigen Göhltal-Viadukt zeigt sich Moresnet als hübsches Dorf, dessen Bild von traditionellen Bruchsteinhäusern dominiert wird. Erstmals erwähnt wurde der Ort, in dessen Zentrum die St. Remigius Kirche liegt, bereits im Jahr 888. In Moresnet waren in früheren Jahrhunderten mindestens drei Herrensitze beheimatet: die Burg Schimper, die Burg Alensberg und Schloss Bempt. Sie stammen aus der Zeit, in der Ritterfamilien über eigene kleine Herrschaften verfügten. Schloss Bempt ist das einzig erhaltene Gebäude aus dieser Zeit.
Bittweg: Seit 1863 zahlreich begangener Prozessionsweg von Aachen-Preuswald nach Moresnet. Der Überlieferung nach wurde hier ein Bauernjunge durch die Anbetung einer Marienstatue von Epilepsie geheilt. Entlang vieler Wegekreuze führt der Weg zur Wallfahrtskirche nach Moresnet Chapelle. Jeden Mittwoch wird die Strecke, die gleichzeitig Teil der europäischen Jakobspilgerwege nach Santiago de Compostela ist, von Pilgern begangen.
Grenzsteine von Neutral-Moresnet: Etwa 400 Meter nach dem Bahnübergang quert man die ehemalige Grenze von Neutral-Moresnet. Rechts und links des Bittweges verstecken sich unter Sträuchern die ehemaligen Grenzsteine XVII und XVIII des Gebietes. Weitere Steine sind am Wegesrand bis zum Dreiländereck zu finden, wo die Route dem historischen Grenzverlauf folgt.
Dreiländerpunkt: Weil hier die Grenzen dreier Staaten aufeinandertreffen, ist dieser Ort zu einer Attraktion für Touristen geworden, die jährlich mehr als 800.000 Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Gleichzeitig ist der Vaalserberg mit 322,5 Metern über Meereshöhe der höchste Punkt der Niederlande.
Heute steht der Dreiländerpunkt auch für die Verbindungen zwischen den Bewohnern der Dreiländerregion und für die europäische Integration.
Königswald: 1611 wurde ein Teil des Waldgebietes unter die direkte Obhut der Herzöge von Burgund gestellt und mit aufwändigen Grenzsteinen markiert.
Landgraben: Nach einem Stück auf dem Moresneter Bittweg quert man die Grenze nach Deutschland und trifft dort wieder auf die Aachener Landwehr in schöner Ausprägung mit Wall, Adlerstein und hundert Jahre alten Grenzbuchen. Eine Thementafel erläutert hier die Hintergründe.
Kelmis: Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort 1280, damals unter der Bezeichnung „Kelms“. Der Name stammt von der lateinischen Bezeichnung „calamine“ für das Zinkerz Galmei, das hier in großen Mengen vorkommt. Auf Grund der Bodenschätze entwickelte sich der Ort im 19. Jahrhundert zum Zentrum der belgischen Zinkförderung. Mit ca. 11.000 Einwohnern ist Kelmis heute nach Eupen die zweitgrößte Gemeinde der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Weitere Informationen zur Lokalgeschichte und über die Geschichte von Neutral-Moresnet bietet das Museum Vieille Montagne, das ca. fünf Minuten vom Casinoweiher entfernt liegt.