GrenzRoute 3 · Plombières

Eisenbahn und Bergbau im Göhltal


Das Göhltal-Viadukt, die Güterbahnstrecke Montzen-Aachen und das ehemalige Bergbaugelände in Plombières sind Marksteine der regionalen Wirtschaftsgeschichte.

Zwischen dem Göhltal und dem Dreiländerpunkt liegen nicht nur etliche Höhenmeter, sondern auch eine Vielzahl landschaftlicher und historischer Attraktionen. Entlang der Orte Moresnet, Moresnet-Chapelle, Gemmenich und Plombières präsentiert sich die Route sehr abwechslungsreich: Passagen durch hohen, lichten Wald und alte Fichtenbestände, schmale, von Brombeergestrüpp und Sträuchern gesäumte Pfade, breite Wege durch offenes Weide- und Ackerland und einen vom Rauschen des Wassers begleiteten Abschnitt am Ufer der Göhl. Zudem bietet die Route, vor allem im Bereich des Höhenzuges um den Dreiländerpunkt, zahlreiche Punkte, an denen man einen fantastischen Blick über das Land der drei Grenzen und bis auf die Wälder der belgischen Eifel genießen kann.

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Routen-Highlights & mehr

Sehenswürdigkeiten:

  • Maison du Site Minier & Site Minier, Plombières
  • Dreiländerpunkt
  • Baudouinturm
  • Grenzsteine Neutral-Moresnet
  • Kalvarienberg, Moresnet-Chapelle
  • Eisenbahnviadukt, Moresnet
  • Göhltal

Gastronomie:

  • Plombières
  • Gemmenich
  • Dreiländerpunkt
  • Moresnet-Chapelle
  • Moresnet


Plombières: Der Name des im Göhltal gelegenen Ortes geht auf die hier betriebenen Gruben zurück, in denen seit Mitte des 14. Jahrhunderts und bis 1922 Blei geschürft wurde. Heute steht das Gelände des ehemaligen Bergwerks zum großen Teil aufgrund der seltenen Galmei-Flora unter Naturschutz und lässt sich auf attraktiven Rundwegen erkunden. Im alten Gebäude aus dem Jahr 1645 namens Maison du Site Minier 3.4.4, befindet sich ein Interpretationszentrum, das die Geschichte des Bergbaugeländes erzählt, sowie das Fremdenverkehrsamt.

Gemmenich: Im nahe der Route gelegenen Ortsteil Völkerich lebten die Eltern von César Franck, der 1822 in Lüttich geboren wurde und 1890 in Paris verstarb. Er zählt zu den bedeutendsten Organisten und Komponisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Dreiländerpunkt: Weil hier die Grenzen dreier Staaten aufeinandertreffen, ist dieser Ort zu einer Attraktion für Touristen geworden, die jährlich mehr als 800.000 Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Gleichzeitig ist der Vaalserberg mit 322,5 Metern über Meereshöhe der höchste Punkt der Niederlande.  

Heute steht der Dreiländerpunkt auch für die Verbindungen zwischen den Bewohnern der Dreiländerregion und für die europäische Integration. 

Grenze Neutral-Moresnet: Vom Dreiländerpunkt aus sieht man die schnurgerade Grenze des ehemaligen Zwergstaates als deutliche Schneise durch den Wald. Die Route läuft hier exakt nach Süden entlang der dazugehörigen Grenzsteine. Es lässt sich leicht nachvollziehen, dass die Grenze bei der Staatsgründung 1814 am Verhandlungstisch mit dem Lineal gezogen wurde. 

Eisenbahntunnel: In der Umgebung des Dreiländerecks ist aus dem Tal immer wieder das Geräusch der rollenden Züge zu vernehmen – die Strecke zwischen dem Güterbahnhof Montzen und Aachen ist stark frequentiert. Die Anhöhe des Dreiländerpunktes unterquert die Bahnlinie im 870 Meter langen Gemmenicher Tunnel. Zu Zeiten des Staates Neutral-Moresnet wurde er auch scherzhaft „längster Tunnel der Welt“ genannt, da er mit Neutral-Moresnet ein ganzes Land durchquerte.

Zu Beginn des ersten Weltkrieges haben die Belgier den Aufmarsch der Deutschen Reichsarmee maßgeblich gestört, indem sie zwei Dampfloks im Tunneleingang postierten und zerstörten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sowohl Tunnel als auch die darin fahrenden Bahnen zum Schmuggeln genutzt.

Moresnet-Chapelle: Der stille Wallfahrtsort mit seinem bekannten Kalvarienberg liegt am Jakobspilgerweg nach Santiago de Compostela, der, aus dem Preuswald kommend, hier gleichzeitig der Prozessionsweg zwischen Aachen und Moresnet ist. Zum Ziel von Pilgerreisenden wurde Moresnet-Chapelle aufgrund einer Überlieferung, der zufolge 1747 hier ein Bauernjunge durch die Anbetung einer Marienstatue von Epilepsie geheilt wurde. 

Moresnet: Überspannt vom gewaltigen Göhltal-Viadukt zeigt sich Moresnet als hübsches Dorf, dessen Bild von traditionellen Bruchsteinhäusern dominiert wird. Erstmals erwähnt wurde der Ort, in dessen Zentrum die St. Remigius-Kirche liegt, bereits im Jahr 888. In Moresnet waren in früheren Jahrhunderten mindestens drei Herrensitze beheimatet: die Burg Schimper, die Burg Alensberg und Schloss Bempt. Sie stammen aus der Zeit, in der Ritterfamilien über eigene kleine Herrschaften verfügten. Schloss Bempt ist das einzig erhaltene Gebäude aus dieser Zeit. 

Göhltal-Viadukt: Auf dem Weg durch das Wiesengelände zwischen Plombières und dem Dreiländerpunkt ist es immer wieder aus der Ferne zu sehen, über Moresnet teilt es den Himmel: das Göhltal-Viadukt, eine der längsten stählernen Bahnbrücken Europas. Das Viadukt, 1.120 Meter lang und bis zu 58 Meter hoch, wurde während des Ersten Weltkrieges von der deutschen Besatzungsmacht als Teil der Strecke von Aachen nach Tongeren errichtet. Die Strecke sollte militärische Truppen- und Materialtransporte in Richtung flämischer Front ermöglichen. Mit dem Bau waren 12.000 Arbeiter, darunter auch russische Kriegsgefangene, 26 Monate lang rund um die Uhr beschäftigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste das Viadukt neu aufgebaut werden. Seit der völligen Renovierung im Jahr 2004 werden 70% des Güterverkehrs zwischen dem Hafen von Antwerpen und Deutschland über das Viadukt geführt.

Göhl: Der kleine Fluss entspringt bei Hebscheider Heide nahe der deutsch-belgischen Grenze und überquert nach 20 Kilometern die Grenze zu den Niederlanden, um dort nach knapp 40 weiteren Kilometern in die Maas zu münden. Das Wasser der Göhl war in früheren Zeiten sehr wichtig für die Wirtschaft der umliegenden Dörfer. In Raeren und Eynatten profitierten beispielsweise die Töpfer von ihrem Wasser und in Kelmis und Plombières wurde es für die Wäsche beim Abbau des Galmeierzes genutzt. Der Name „Göhl“ stammt vom germanischen Wort „Galia“ ab, was so viel bedeutet wie enger, kurvenreicher Fluss.